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Geschichte
Rheinhessen ist zugleich eine sehr junge und eine sehr alte Landschaft in Deutschland. Jung insofern, als die Region in ihrer heutigen Gestalt und mit dem heutigen Namen erst 1816 im Zuge des Wiener Kongress als linksrheinische Provinz des Großherzogtums Hessen-Darmstadt entstand. Alt wiederum, weil Mainz, die größte Stadt Rheinhessens und gleichzeitig Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, bereits in römischer Zeit Hauptstadt der Provinz Obergermanien war. Auch die rheinhessischen Städte Worms, Bingen und Alzey sind galloromanischen Ursprungs. In der Stadt Ingelheim stehen noch Reste der karolingischen Kaiserpfalz, Oppenheim zeigt ein typisch mittelalterliches Stadtbild. Kurmainz und Kurpfalz waren die bestimmenden politischen Faktoren in Mittelalters und früher Neuzeit im Gebiet des heutigen Rheinhessen. Das in Worms spielende Nibelungenlied, Leben und Werk Hildegards von Bingen sowie die Dome von Mainz und Worms und die jüdische Geschichte beider Städte skizzieren deren damalige Bedeutung. Als Königslandschaft der Salier- und Stauferkaiser war die fruchtbare Landschaft im Rheinknie im hohen Mittelalter ein Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Die enge Bindung an die Königsherrschaft verhinderte jedoch die Herausbildung eines eigenständigen rheinfränkischen Herzogtums. Die Residenzen der Kurpfalz entwickelten sich auch daher mit Heidelberg und Mannheim rechtsrheinisch, im heutigen Rheinhessen verblieben die Oberämter Alzey und Oppenheim. Nach einer kurzen, aber prägenden Zugehörigkeit zum revolutionären Frankreich um 1800 geriet die Landschaft an den südwestlichen Rand des politischen Geschehens in Deutschland. Nach der Öffnung der Grenzen in Europa schafft die zentrale Lage neue Entwicklungschancen.
Weitere Hinweise zur Regional- und Lokalgeschichte finden Sie auf der Internetseite des Instituts für Geschichtliche Landeskunde.
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