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Kalkstein/Terra fusca

Essenz aus Jahrmillionen

Entstehung

Dieser Boden entwickelte sich aus Kalkstein, der wiederum auf ein vor 23 Millionen Jahren entstandenes Kalkalgenriff zurückgeht. Am Ende des Tertiär setzte unter subtropischen, feuchtwarmen, festländischen Bedingungen Lösungsverwitterung ein. Die schlecht löslichen, nicht kalkigen Bestandteile, die im Kalk zuvor als »Verunreinigungen« eingelagert waren, blieben zurück und bildeten eine lehmige oder tonige Schicht, den so genannten Residualton. Der so entstandene Boden verdankt seine kräftig-braune Farbe den Eisenanteilen, die zu bräunlichen Eisenoxiden (z.B. Goethit) umgewandelt wurden. Material wurde immer wieder abgetragen und Solifluktion vermischte die aufliegende Residualtonschicht mit dem darunter liegenden Kalkstein. Abschließend wurde noch ein dünner Lößschleier abgelagert. Aus diesem Löß stammen auch die heutigen Kalkgehalte.

Bodeneigenschaften

Die Charakteristik dieses Bodens gründet auf seinem hohen Anteil an Ton (80%). Er kann viel Wasser speichern, einen großen Teil bindet er allerdings so fest, dass die Reben ihn nicht nutzen können. Durch den hohen Wassergehalt im Frühjahr erfolgt die Erwärmung des Bodens verzögert. Der Lößanteil und die Bindungsfähigkeiten der Tonminerale gewährleisten eine gute Nährstoffversorgung bei hohem Kalkgehalt. Der sehr steinige Untergrund ist nur schwer durchwurzelbar, ältere Reben, die dieses beschwerliche Unterfangen vollbracht haben, können allerdings auch in Trockenphasen immer Wasser und Nährstoffe aus der Tiefe erreichen. Eine schonende Bodenpflege, die die Chlorose der Reben weitgehend verhindert und die Bodenstruktur stabilisiert, lässt auf diesem Standort besondere Rieslingweine entstehen.

Weincharakteristik

Rieslinge mit eleganter, kühler Mineralik - vor allem in der Länge des Weines. Feste, salzige Aromen sind kombiniert mit der frischen Frucht der Traube. In der Jugend sind die Weine verschlossen. Sie sind gehaltvoll und fruchtig. In guten Jahren haben sie sehr großes Entwicklungspotential.

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