Inhalt
Sandlöß/Tschernosem
Überflutung ohne Schrecken

Entstehung
Den Untergrund dieses Bodens bildet eine Kies-Sand-Mischung aus 100000 bis 11000 Jahre alten Ablagerungen der Pfrimm. Deren rötliche Färbung resultiert aus dem hohen Anteil an Rotliegendgesteinen, die der Oberlauf dieses Flusses durchquert. Nach der Verlagerung des Pfrimmflussbettes nach Norden wurde der Bereich nur noch von den Hochwasserfluten erreicht. Jedes Hochwasser hinterließ eine Lage Sand und Löß. So entstand das Sedimentpaket über den Kiesen und Sanden. Die leicht rötliche Farbe deutet wiederum teilweise auf Material der Pfrimm hin. Im oberen Bereich wurden die Schichten in der Kaltzeit durch frostverursachte Prozesse durchmischt und zum heutigen Sand-Löß-Gemisch homogenisiert. In diesem Gemisch bildete sich nach Ende der letzten Kaltzeit ein Steppenboden. Der typische mächtige, dunkle Humusanreicherungshorizont wurde dann im Laufe der menschlichen Besiedlung von ebenfalls sehr humosen Bodenabschwemmungen überdeckt und so konserviert.
Bodeneigenschaften
Dieser Boden profitiert immer noch von den günstigen Eigenschaften des Steppenbodens. Er kann große Mengen Wasser in pflanzenverfügbarer Form schnell speichern, ist wegen seiner lockeren Beschaffenheit gut durchlüftet und kann leicht durchwurzelt werden. Der Boden ist carbonat- und nährstoffreich und biologisch sehr aktiv. Die dunkle Oberflächenfarbe führt zu einer raschen Erwärmung. Von Steppenböden aus reinem Löß abweichende Eigenschaften ergeben sich aus den relativ hohen Anteilen aus dem Rotliegend stammenden Materials und aus den dem Sandlöß untergelagerten Kiesen und Sanden. Vor allem die Eisen- und Spurenelementgehalte sind erhöht. Die Kiese und Sande drainieren den darüber liegenden Boden. Die Rebe liebt diesen Boden, der sowohl gut Wasser speichert als auch eine schnelle Versickerung nach einem Starkregen zulässt. Die Gunst des Klimas bietet auf diesem Boden besondere Qualitätschancen.
Weincharakteristik
Riesling mit exotischen Aromen von Kiwi, Mango, Maracuja - verbunden mit einer intensiven Mineralität. Die Weine zeigen ein hohes Reifepotential und brauchen mindestens zwei bis drei Jahre, bis sie ihre Kraft und ihr Aromenspektrum voll entfalten.
Inhalt Marginalspalte rechts
Kartenauswahl
Gesteine und Böden im Detail
- Ton/Fersiallit
- Rotliegend/Rigosol
- Kalkstein/Rendzina
- Mergel/Pararendzina
- Löß/Kolluviol
- Löß/Pararendzina
- Andesit/Braunerde
- Flugsand/Rigosol
- Kiessand/Regosol
- Lößsand/Rigosol
- Kalkstein/Terra fusca
- Schwarzerde/Tschernosem
- Kalkstein/Terra rossa
- Tonmergel/Pelosol
- Sandlöß/Tschernosem
- Rhyolith/Regosol
- Quarzit/Rigosol
