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Rhyolith/Rigosol

Der verhinderte Vulkan

Entstehung

Das hier anstehende Gestein ist Rhyolith, ein auch als Quarzporphyr bekanntes, helles und saures (quarzreiches) magmatisches Gestein. Es entstand, als vor 250 bis 350 Millionen Jahren flüssiges Magma im Nordosten Rheinhessens durch die Erdkruste aufstieg. Es erreichte die Erdoberfläche jedoch nicht, vielmehr blieb es bei seinem Aufstieg oberflächennah stecken, erkaltete und erstarrte dort zu Rhyolith. Im Laufe der folgenden Millionen Jahre wurden die darüber liegenden Gesteinspakete abgetragen. Im Tertiär schließlich lag der Rhyolith frei an der Oberfläche, wurde zuerst vom Meer angenagt und anschließend vom tropischen Klima zersetzt. Diese Verwitterungsdecke wurde in den Kaltzeiten bis auf Reste abgetragen. Gleichzeitig setzte eine tiefgreifende Frostverwitterung ein. Löß wurde immer wieder abgelagert. In den Zwischeneiszeiten kam es oberflächennah durch  Entkalkung, Humusanreicherung und chemische Verwitterung zur Bodenbildung. Rhyolith verwitterte teilweise zu einem Lehm-Grus-Gemisch, Löß entkalkte und wurde zu Lößlehm. Eine den Zwischenwarmzeiten entsprechende Bodenbildung fand auch in unserer Warmzeit statt.

Bodeneigenschaften

Herausragende Merkmale dieses Bodens sind seine saure Reaktion und seine Nährstoffarmut. Die hohen Steingehalte und der lehmige Feinboden führen zu einer mittleren Wasserspeicherfähigkeit und einer guten Wärmespeicherung bei zunächst im feuchten Zustand verzögerter Erwärmung. Auf diesem Boden fühlt sich die Rebe wohl und nutzt alle Vegetationstage bestens aus. Der manchmal knappe Wasserhaushalt kann vom Winzer durch eine Ertragsbegrenzung ausgeglichen werden.

Weincharakteristik

Riesling zeigt häufig Feuersteinaromen in der Nase; die Weine sind eher schlank, säurebetont und mineralisch. Die Top-Weine schmecken erst nach mindestens einem Jahr.  Das Reifepotential ist sehr gut.

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