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Blick in den Weinberg

2012 – Winter

Der Rebschnitt ist in vollem Gang - und moderne Technik hilft

Der "Cane Pruner VITECO“ von ERO soll den Rebschnitt revolutionieren. Quelle: www.ero-weinbau.de

Im Februar sind die Winzer voll und ganz mit dem Rebschnitt beschäftigt. Wenn auch jetzt wegen der eisigen Temperaturen kurzfristig pausiert wird, so ist - wenn die Temperaturen wieder steigen - Eile geboten, denn der Rebschnitt sollte allerspätestens bis Anfang April abgeschlossen sein. Er ist nach wie vor noch eine der arbeitsintensivsten Handarbeiten und macht mehr als ein Drittel der jährlich im Weinberg zu leistenden Handarbeitsstunden aus. 

Aus diesem Grund beschäftigen sich die Tüftler bei den Weinbaugeräteherstellern in den letzten Jahren sehr intensiv mit Möglichkeiten, diese arbeitsintensive Handarbeit, die zumeist auch noch bei sehr unangenehmen Witterungsbedingungen ausgeführt wird, zu mechanisieren. Vom Prinzip her besteht der Rebschnitt aus zwei Teilschritten: Einmal der eigentliche Schnitt, der von Fachpersonal ausgeführt werden muss und dann das Entfernen des abgeschnittenen Rebholzes aus dem Drahtrahmen, was auch von Aushilfskräften ausgeführt werden kann. Um den zweiten Arbeitsschritt drehen sich die Mechanisierungssysteme, die wir Ihnen einmal vorstellen wollen.

Hier gibt es einmal den Rebvorschneider. Dieser besteht aus speziellen hydraulisch angetriebenen Kreissägeblättern, welche die Rebtriebe im oberen Bereich des Drahtrahmens herausschneiden. Dadurch hängen die Rebtriebe nicht mehr im Drahtrahmen fest und lassen sich beim nachfolgenden Rebschnitt ganz einfach entfernen. Die Arbeitszeit und insbesondere der Kraftaufwand beim Entfernen des Rebholzes halbiert sich - in Zahlen ausgedrückt bedeutet dies etwa 20 bis 25 Stunden Einsparung je Hektar.

Die neueste Entwicklung verfolgt einen anderen Ansatz und mechanisiert das Entfernen des Rebholzes komplett. Sie kommt ursprünglich aus Australien und wurde in Rheinland-Pfalz vom Weinbaugerätehersteller ERO perfektioniert. Hier muss der Rebschnitt zuerst durchgeführt werden. Dann fährt man mit dem „Cane Pruner VITECO“ - wie ERO das Gerät bezeichnet, über die Rebzeile und die abgeschnitten Rebtriebe werden mittels Walzen nach oben aus der Rebzeile gezogen und anschließend auch sofort kleingehäckselt, so dass dieser Arbeitsschritt des Winzers ebenfalls entfällt. In diese mit mehreren Innovationspreisen ausgezeichnete Entwicklung setzen die Winzer sehr viel Hoffnung, da diese 50 bis 60 Arbeitsstunden je Hektar einsparen würde.

Diese Beispiele zeigen, dass sich die Weinbautechnik immer weiter entwickelt. Der Arbeitsstundenbedarf je Hektar konnte in den letzten 30 Jahren, nicht zuletzt auch durch die Entwicklung des Traubenvollernters, mehr als halbiert werden, so dass sich auch die Betriebstrukturen massiv hin zu größeren Betrieben verändern. Es bleibt also auch weiterhin spannend, was in Bezug auf Manpower, aber auch im Hinblick auf Aspekte der Traubenqualität, immer wieder entwickelt wird.

Der Vorschneider erleichtert die Arbeit beim Entfernen des Rebholzes. Quelle: www.binger-seilzug.de

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