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Die Grundlage: der Boden
Boden ist die obere Schicht der Erde. Er bedeckt das Gestein, teilweise nur wenige Zentimeter dünn, teilweise aber auch mehrere Meter mächtig. Die Rebe nutzt den Boden zur Verankerung sowie als Nährstoff- und Wasserreservoir. Auch auf das für Rebwachstum und Traubenreife bedeutende Mikroklima nimmt er großen Einfluss.
Der Boden setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen: Durch Verwitterung wird das Gestein in immer kleinere Teile zerlegt. Diese mineralischen Bestandteile können von unterschiedlicher Größe sowie chemischer und mineralischer Zusammensetzung sein. Viele Pflanzennährstoffe (z.B. Kalium, Magnesium) stammen aus den mineralischen Bestandteilen.
Organische Bestandteile sind vor allem abgestorbene Pflanzenteile, aber auch die Ausscheidungen und Reste von Bodenlebewesen. Die organischen Bestandteile liefern den Pflanzen einen großen Teil ihrer Nährstoffe, insbesondere Stickstoff und Phosphor.
Bodenlebewesen schließen durch die Zersetzung der organischen Bestandteile viele Nährstoffe auf. In einer Handvoll Boden gibt es weit mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. Das Gewicht der Bakterien, Pilze, Einzeller, Würmer, Insekten, Spinnen, Schnecken, Algen und Kleinsäuger summiert sich pro Hektar auf rund 5 Tonnen.
Auch Luft und Wasser sind Bestandteile des Bodens. Beide gehören, neben den Nährstoffen, die sie transportieren, zu einem funktionierenden Nährstoffkreislauf. Bodenluft zirkuliert durch die Hohlräume (Poren) des Bodens und ermöglicht hier Bodenleben. Wasser sickert als Niederschlagswasser durch die Bodenoberfläche in dieselben Poren ein. Ein Teil davon wandert weiter abwärts bis ins Grundwasser, ein anderer Teil verdunstet. Das übrige Wasser wird gegen die Schwerkraft in den Poren festgehalten und steht den Pflanzen zur Verfügung.
Die Eigenschaften eines Bodens ergeben sich dementsprechend aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Bodenbestandteile: Wasser- und Lufthaushalt werden in erster Linie von Bodenporen bestimmt. Pflanzen können nicht genug Saugspannung erzeugen, um das Wasser aus den allerfeinsten Poren nutzen zu können. Pflanzenverfügbar ist das Wasser aus Poren mit einem Durchmesser zwischen 0,0002 mm und 0,01 mm. Größere Poren können kein Wasser festhalten. Ihr Gesamtvolumen ist ausschlaggebend für die Belüftung des Bodens. Wie sich alle Poren eines Bodens in die drei Größenklassen verteilen, hängt von der Bodenart (der Korngrößenzusammensetzung) und der Lagerungsdichte des Bodens ab.
Das Angebot an mineralischen Nährstoffen für die Pflanze wird von der jeweiligen mineralischen Zusammensetzung des Bodens bestimmt. Manche Minerale können freie Nährstoffe nicht festhalten, so dass diese ausgewaschen werden, andere Minerale binden sie so fest, dass Pflanzen sie nicht lösen können. Der Optimalfall liegt natürlich dazwischen. Bedeutend ist in diesem Zusammenhang wieder die Bodenart, da sie die Größe der Oberfläche bestimmt, an der Bindungen erfolgen können. Die Summe der Kornoberflächen eines Tonbodens ist etwa tausendmal größer als die eines Sandbodens.
Hohe Gehalte organischer Bestandteile verändern die Wasserbindungsfähigkeit und die Nährstoffeigenschaften positiv. Ein Boden entwickelt sich, wenn Einflüsse von Außen, also die Atmosphäre (das »Wetter«) und Lebewesen (Pflanzen und Tiere), die Gesteine angreifen (Verwitterung). Die eigentliche Bodenbildung erfolgt, wenn Stoffe angereichert oder abgeführt werden. Dies ist ein ständig fortlaufender Vorgang, der erst endet, wenn der äußere Einfluss ausbleibt. Die heutige Ausprägung eines natürlichen Bodens wird vom Ausgangsgestein, der Lage im Relief und dem Klima während seiner Entwicklung bestimmt.
Tatsächlich sind heute fast alle Böden auch durch die Nutzung des Menschen mitgestaltet, was für Weinbergsböden in besonderem Maße gilt. Durch die intensive und tief reichende Bodenbearbeitung vor jeder Neuanlage (Rigolen) wurde der Boden gelockert, um die Durchlüftung und Wasserspeicherung zu verbessern und der Rebe die Durchwurzelung zu erleichtern. Durch die Aufmischung frischen, nährstoffreichen Materials aus der Tiefe und die
Zugabe organischen Düngers standen den Reben der nächsten Generation wieder mehr Nährstoffe zur Verfügung. Die Art der Nutzung ist im Falle des rheinhessischen Weinbaus recht einheitlich. In Steillagen kann man von sehr langer Weinbergsnutzung ausgehen, flachere
Lagen waren in der Vergangenheit im Allgemeinen Ackerland, Grünland oder Garten- und Obstbaustandorte und somit zwar weniger tief aber ähnlich intensiv bearbeitet.
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