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Flugsand/Rigosol

Wanderdünen und Flugsand

Entstehung

Die Entwicklung dieses Bodens begann in den Kaltzeiten. Aus dem ausgetrockneten Flussbett des Rheines wurden die feinen Bestandteile vom Wind aufgewirbelt. Feinste Teilchen wurden in Staubwolken abtransportiert und an anderer Stelle als Löß abgelagert. Partikel, die aufgrund ihrer Größe und Masse nur wenige Meter bodennah »springen« konnten, bildeten Wanderdünen in Flussnähe. Der Transportmechanismus gab diesem Feinsand den Namen Flugsand. Wegen der hohen Kalkanteile der Rheinterrassenschotter sind auch diese Flugsande kalkhaltig. Mit der Verbesserung des Klimas konnte sich eine Vegetationsdecke entwickeln, die die »Wanderaktivität« der Dünen bremste und sie schließlich festlegte. Dies ermöglichte nach Ende der Kaltzeiten Bodenentwicklungen durch Prozesse der chemischen Verwitterung, Auswaschung und Anreicherung. Ein Rest eines solchen Bodens ist heute im braun-rötlich gefärbten unteren Bereich des Bodenprofils zu erkennen. Der darauf liegende hellere Sand zeigt außer geringer Humusanreicherung keine weiteren Merkmale einer Bodenentwicklung. Er muss also in den vergangenen Jahrzehnten abgelagert worden sein. Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen diesen Flugsandablagerungen und dem menschlichen Wirtschaften. Ohne schützende Vegetationsdecke kann der winderosionsanfällige Flugsand auch unter heutigen Bedingungen in Bewegung geraten.

Bodeneigenschaften

Dieser Boden kann aufgrund des hohen Sandanteils nur geringe Wassermengen speichern. Tief wurzelnde Reben können allerdings größere Wassermengen erschließen. Aus der geringen gebundenen Wassermenge und der sehr guten Durchlüftung resultiert eine schnelle Erwärmbarkeit und gute Wärmespeicherung des Bodens. Der im oberen Bereich der zuletzt überwehten Sande kalkreiche, sonst carbonatarme Boden ist insgesamt nährstoffarm - nur der eingearbeitete Humus mindert diesen Mangel. In trockenen Jahren kommt es zu Wasserstress.

Weincharakteristik

Die Trockenheit bedingt geringe Erträge und damit dichte Weine.  Die Wärmespeicherung reduziert die Säure. Die Trauben reifen früh und bleiben gesund. Die Rotweine zeigen ein »normales« Reifepotential.

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