Geschichte Keyvisual3

Gaius Julius Caesar machte den Rhein zur Grenze zwischen Gallien und Germanien. Mit Moguntiacum, dem heutigen Mainz, entstand ein römischer Brückenkopf, der zur Hauptstadt der Provinz Obergermanien geworden ist.

Im Mittelalter gehörten die Bistümer Mainz und Worms zum Kernland der Salier- und Stauferkaiser. Das fruchtbare Königsland im Rheinbogen wurde so zu einem bedeutenden Zentrum europäischer Geschichte.

Ihre spätere Prägung bekam die Region durch die Französische Revolution von 1789. Nicht nur, weil die Landschaft als nördlicher Teil des »Département» Mont-Tonnere (Donnersberg) bis 1814 zum napoleonischen Frankreich gehörte – auch mit der Mainzer Republik entstand hier 1793 das erste demokratische Staatswesen auf deutschem Boden.

Die französische Gesetzgebung blieb auch wirksam, als der Großherzog von Hessen-Darmstadt mit der territorialen Neuordnung durch den Wiener Kongress – im Austausch gegen Ländereien im preußischen Rheinland – Besitz von der Region ergriff. Das war am 8. Juli 1816! Damit war „Rhein-Hessen" begründet. Doch die Zugehörigkeit zu Frankreich prägte weiterhin die politische und kulturelle Identität. Die rheinhessische Gesellschaft weigerte sich, die Errungenschaften der französischen Zeit (Umverteilung kirchlichen und feudalen Eigentums, Gewerbefreiheit, Bürgerrechte, Geschworenengerichte etc.) wieder aufzugeben.

 

In amtlichen Erklärungen taucht die Wortschöpfung „Rheinhessen“ erstmals 1818 auf, um das neue linksrheinische Hessen von den Regionen Starkenburg-Hessen und Ober-Hessen im rechtsrheinischen Stammland zu unterscheiden.

Gemeinsam mit der ähnlich strukturierten Pfalz wurde Rheinhessen schließlich ein Zentrum der demokratischen Revolution von 1848. Nach der Niederlage 1849 verlor die Region an politisch-kultureller Identität und passte sich zunehmend der nationalen Perspektive an.

Gleichzeitig wuchs andererseits das Regionalbewusstsein, ohne allerdings – wie in der ab 1816 zu Bayern gehörenden Pfalz – Bezirksinstitutionen ausbilden zu können. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war zudem geprägt von einer prosperierenden Wirtschaft. Vor allem ab 1880 investierte der Staat in starkem Maß in die kommunale und regionale Infrastruktur.

Zur Hundertjahrfeier am 8. Juli 1916 erschien in Mainz eine Festschrift mit Beiträgen aus der Feder von Heinrich Bechtolsheimer, Julius Reinhard Dieterich und Kurt Strecker. Ihr vorangestellt waren ein Erlass des Großherzog Ernst Ludwig sowie eine Huldigungsadresse der Provinz. Im Erlass heißt es: „Der Rhein, so lange Grenze und Schranke zwischen den Gauen und seinem rechten und linken Ufer, verknüpft heute enge das von Ludewig I. erworbene Neuhessen mit den alten Stammlanden Meines Hauses. Die stolzen, unter Meiner Regierung erbauten Rheinbrücken, sind Wahrzeichen des wachsenden Verkehrs und Wohlstandes wie des immer inniger gestalteten Zusammenhaltens der hessischen Provinzen.“

Die Weltkriegssituation beeinflusste die Hundertjahrfeier. In der Vorrede zur Festschrift heißt es: „Wir gedachten, diesen Tag in der ganzen Provinz, in den volkreichen Städten und in den abgelegenen Landgemeinden, in gebührender Weise zu feiern. Der Weltkrieg, der nun zwei Jahre andauert, ließ diese Absicht nicht zur Ausführung kommen. Wir haben den rheinhessischen Jubiläumstag in sehr schlichter Form gefeiert. In einer Sitzung des rheinhessischen Provinzialtages, die am 8. Juli zu Mainz stattfand und in der der im vorstehenden mitgeteilte Erlass unseres Landesfürsten zur Verlesung kam, haben wir der hundertjährigen Zugehörigkeit der Provinz Rheinhessen zum Großherzogtum Hessen gedacht. Die rheinhessischen Schulen haben eine einfache Gedenkfeier veranstaltet, und Sonntag, den 9. Juli, hat man in den Kirchen beiderseits des Rheins der Neugestaltung gedacht.“

Nach der Auflösung des Großherzogtums zwei Jahre später kam Rheinhessen zum Volksstaat Hessen, der bis 1945 Bestand hatte. Mit der Gründung des neuen Landes Rheinland-Pfalz 1946 wurde die Region einer der fünf neuen Regierungsbezirke. Das Gebiet veränderte sich bei der Gebietsreform 1968 leicht: Das pfälzische Mauchenheim kam dazu, Ippesheim und Planig kamen zur Stadt Bad Kreuznach. Die Regierungsbezirke Rheinhessen und Pfalz wurden zusammengelegt, die Bezirksregierung wechselte von Mainz nach Neustadt. Mit der Auflösung der Regierungsbezirke im Jahre 2000 endete auch die Geschichte Rheinhessens als politische Einheit. Der Regionalbegriff blieb dagegen erhalten in den ökonomisch orientierten Organisationen wie Rheinhessenwein, Rheinhessen-Information (Touristik) und Rheinhessen-Marketing sowie bei IHK und Handwerkskammer. Mit Rheinhessen-Kultur ist seit einiger Zeit ein weiteres Netzwerk hinzugekommen.

Ziel der Jubiläumskampagne ist daher ausdrücklich nicht die Feier des neuhessischen Erwerbs, wie 1916 ausgeführt, sondern die Gestaltung regionaler Identität nach innen und nach außen. Historisch geht es dabei natürlich um die möglichst auf Dauer angelegte Aufarbeitung und Gestaltung der regionalen Geschichte seit 1816, kulturell geht es um die Beschreibung der Identität, in die dann natürlich auch die ältere Geschichte der Region einfließen muss, sowie um die Vernetzung der dezentralen Aktivitäten. Wirtschaftlich geht es um einen deutlichen Impuls zum Regionalmarketing. Die Debatte um die politische Struktur Rheinhessens wird in den dafür zuständigen Gremien geführt.

 

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