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Identität

Das Jubiläum als Impulsgeber für die künftige regionale Identität. Doch was ist die rheinhessische Identität überhaupt? Was zeichnet die Rheinhessen aus? Eine Antwort auf die Frage der politisch-strukturellen Mentalität als Identitätskern finden Sie hier.

Das römisch-germanische Grenzland, das im hohen Mittelalter zu Königsland wurde, also vom Rand ins Zentrum des politischen Geschehens bei den Saliern und Staufern rückte, war genau deswegen auch prädestiniert als Zankapfel wechselnder Herrschaften. Es wurde immer wieder geteilt und zerstückelt, kennt früh Formen des Gemeinbesitzes wie die Ganerbschaften. Später wurde es zum Grenzland und Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich, vielfach von Kriegen zerstört.

Die günstige Lage am Rhein, der über Jahrhunderte als europäischer Handelsweg zwischen Schweiz und den Niederlanden diente, die Neubesiedlungen nach den furchtbaren Kriegen des 17. Jahrhunderts, vor allem aus der Schweiz und den Niederlanden und vom Niederrhein, sowie die Multikonfessionalität nach der Reformation mit Simultankirchen und Rathauskapellen an vielen Orten zeigen eine lange Tradition von Akkulturationserfahrungen, in denen Eigenes und Fremdes sich mischen, abfärben, ja Identitäten neu gebaut werden müssen.

Die Realerbteilung, die das Gleichheitsgefühl in den Familien begünstigte, aber das Land in Kleinstparzellen zerstückelte, führte ebenso wie die bereits erwähnte feudale Zergliederung dazu, dass sich - anders als in den Herzogtümern am Rand des Reiches wie in Bayern oder in den neuen rechtsrheinisch orientierten Staaten wie der Kurpfalz – kein klares Zentrum herausbildete. Stadt und Land blieben politisch unverbunden (siehe Mainz und Worms), die Residenzen der Kurpfalz entstanden mit Heidelberg und Mannheim am anderen Rheinufer, der erzbischöfliche Mainzer Landbesitz lag überwiegend rechtsrheinisch. Es behauptete sich eine dezentrale Struktur, die in der Revolutionszeit sogar weiter ausgebaut wurde: Der Einfluss der gewählten Bürgermeister wurde gegen übergeordnete Kreis-Strukturen, die Darmstadt einführte, energisch verteidigt. Dadurch entstanden – anders als im preußischen Rheinland und in der bayrischen Rheinpfalz – auch keine tragfähigen Bezirks-Strukturen. Die Genossenschaften blieben lange klein und ortsgebunden; die Bildung der Verbandsgemeinden Ende der 60er-Jahre blieb das kritisch beäugte Äußerste an Kooperation, was möglich war.

Die politische Niederlage von 1849 führte über Emigration und Enttäuschung dazu, dass das sich Durchschlagen zwischen den Zentren, das ökonomische Überleben, das Nicht-Festlegen auf eine Identität, das sich am Nutzen Orientieren die Mentalität prägte. Bereits die Niederlage der hochmittelalterlichen Städtekultur am Oberrhein gegenüber den sich herausbildenden Territorialstaaten hatte ein verwandtes Erfahrungsmuster geliefert.

Schließlich irritiert bis heute der Name der Region: Hessen liegt rechtsrheinisch, linksrheinisch liegen Rheinland und Pfalz. Außerhalb kann man Rheinhessen daher schwer verorten.

Es ist daher notwendig, die oben beschriebene politisch-kulturelle Mentalität Rheinhessens als Identitätskern bewusst zu machen und – daraus folgend – gemeinsam finanzierte Bezirks- Strukturen von unten aufzubauen, die sich am Netzwerkgedanken und nicht an hierarchischen Konzepten orientieren. Die reiche Geschichte und Kultur vor Ort muss auf diese Art mit dem Regionalbegriff verbunden werden. Nur so kann die Region Rheinhessen im globalen Wettbewerb Profil gewinnen und prosperieren.

Die Offenheit der Landschaft widerspricht dieser Strategie nicht, sondern ermöglicht im Gegenteil einen eigenständigen Beitrag zu übergeordneten wie überlappenden Regionalstrukturen wie Rheinland-Pfalz, Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Weitere Hinweise zur Regional- und Lokalgeschichte finden Sie auf der Internetseite des Instituts für Geschichtliche Landeskunde.

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