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Kalkstein/Terra rossa

Mediterranes Flair
Entstehung
Die Entwicklung des vorliegenden Bodenprofils begann vor etwa 23 Millionen Jahren. In einem tropischen Binnenmeer, das Rheinhessen bedeckte, wuchsen Kalkalgenriffe, die in den folgenden Millionen Jahren zu Kalkstein verfestigt wurden. Am Ende des Tertiär setzte unter nunmehr festländischen Bedingungen die Verwitterung des Gesteines ein. Bei den herrschenden subtropischen Bedingungen wurden Teile des Kalksteines vom Regenwasser gelöst. Die ursprüngliche Kalksteinschicht konnte 100 Meter oder mehr mächtig gewesen sein. Die rote Färbung des gesamten Bodens deutet auf trocken-heiße Bedingungen während seiner Entwicklung hin. Unter diesen Bedingungen wandelten sich die im Residualton angereicherten ursprünglich bräunlichen Eisenoxide in intensiv rote um (Hämatit). Damit war die Bildung eines Bodens abgeschlossen, der heute in mediterranen Gebieten weit verbreitet ist. In der oberen Schicht ist kalkreicher Löß eingemischt, der in den Kaltzeiten immer wieder die Oberfläche bedeckte.
Bodeneigenschaften
Dieser Boden hat wegen seiner lehmigen Beschaffenheit einen günstigen Wasserhaushalt und kann, auch wegen seines Lößanteils, eine gute Nährstoffversorgung sicherstellen. Die etwas dunklere Farbe lässt ihn sich im Frühjahr schnell erwärmen. Der Reichtum an roten Eisenmineralen und der hohe Tonmineralanteil ergeben eine spezielle Mineralzusammensetzung. Ungewöhnlich in Rheinhessen ist auch, dass sich ein kalkreicher Bereich über einem kalkfreien befindet. Dieser günstige Standort liefert interessante Rieslingweine, hat aber auch gutes Potential bei der Rotweinerzeugung.
Weincharakteristik
Der fossile Boden mit seinem relativ hohen Tongehalt liefert fruchtige Weine mit viel Körper und hohem Mineralgehalt. Die Weine brauchen länger für die Flaschenreife, haben dann aber ein großes Potential.
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