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Löß/Kolluvisol
Kalkknöllchen und Lößkindel

Entstehung
Unter Permafrostbedingungen, die in Rheinhessen während der Kaltzeiten herrschten, war der Untergrund ständig gefroren. In der darüber liegenden sommerlichen Auftauzone sammelte sich wesentlich mehr Wasser an, als der Boden aufnehmen konnte. Dieser Brei begann langsam hangabwärts zu kriechen. Solche »Fließvorgänge« reduzierten im Laufe von Jahrtausenden die ursprüngliche Lößschicht und mischten sie mit den darunter liegenden Kalksteinen.
Diese Umlagerungsprodukte nennt man Fließerden (Solifluktionsdecken). Während der Warmphasen wurde der Kalk in diesem Gemisch nahe der Oberfläche ausgewaschen. Wenige Dezimeter tiefer im Boden fiel er wieder aus und bildete Kalkknöllchen, die wegen ihrer oft püppchenartigen Form »Lößkindel« genannt werden. Mit der Nutzung durch den Menschen setzten Bodenverlagerungsvorgänge ein. Schon bei geringen Neigungen wurden der mit Humus angereicherte, dunkle Oberboden vom Niederschlagswasser abgetragen und hangabwärts abgelagert. So entwickeln sich Böden, deren humoser Oberboden durch umgelagertes Bodenmaterial in seiner Mächtigkeit vervielfacht wird. Die Ablagerungen können mehrere Meter mächtig werden.
Bodeneigenschaften
In diesem Boden sind die ohnehin guten Eigenschaften des Ausgangsmaterials durch den hohen Humusgehalt und das krümelige Bodengefüge zusätzlich verbessert. Er kann viel Wasser in pflanzenverfügbarer Form speichern und ist gut durchlüftet. Der Boden ist kalk- und nährstoffreich, insbesondere im oberen humosen Bereich. Rebwurzeln können leicht und tief eindringen und erreichen so auch in trockenen Jahren ohne Probleme Wasser und Nährstoffe. Auffällig ist auch das reiche Bodenleben, das die nachhaltige Stabilisierung der günstigen Eigenschaften unterstützt. Der Weinbau zeigt auf diesem Boden eine hohe Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Traubenqualität und der möglichen Erntemenge.
Weincharakteristik
Die Weine sind zart, mit vollem Mundgefühl und mit gut gepufferter, relativ niedriger Säure bei zugleich hohem Extrakt. Sie zeigen eine sehr frühe Reife - bedingt durch die niedrigen Säurewerte und die gute Kaliumpufferung.
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