Scheurebe Titelbild, © DWI © DWI

Eine Art beschleunigter Riesling

Scheurebe

„Eine gelungene Scheu ist eine Melange von Fruchtaromen, die von schwarzen Johannisbeeren bis zu gelber Grapefruit und exotischem Obst reichen. Körperreich, sehr saftig und mit lebhafter, aber nicht pointierter Säure wirkt dieser Wein wie eine Art beschleunigter Riesling.“

So charakterisiert Weinjournalist Stuart Pigott dieses rheinhessische Rebsorten-Original. Das Sortenaroma erinnert an schwarze Johannisbeeren (Cassis). Die edelsüßen Varianten zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus und zeigen nach vielen Jahren ein beeindruckendes Pfirsicharoma oder einen intensiven Rosenduft.
Die Scheurebe stellt an den Standort beinahe ebenso große Ansprüche wie der Riesling. Sie verträgt trockene, karge Böden, kommt aber auch gut mit Lößböden und mit kalkhaltigen Böden zurecht, wie diese in Rheinhessen weit verbreitet sind.
Trockene Gutsweine von der Scheurebe sind en vogue. Insbesondere die jungen Winzer zeigen mit dieser Rebsorte ihre Herkunft. Es hat den Eindruck, als würde sich die Scheurebe neu erfinden. Dass sich diese veränderte Nabelschau gerade in Rheinhessen zeigt, ist logisch, weil hier die größte Scheurebe-Fläche Deutschlands liegt (740 ha).

Ein bisschen Historie: Während des 1. Weltkriegs gelang dem Rebenzüchter  Georg Scheu mit seinem 88. Sämling einer Kreuzungsserie die Neuzüchtung Scheurebe. In dieser verwirrenden Beziehungskiste spielte der Riesling als Mutter die tragende Rolle und nach langwierigen Vaterschaftstests konnte die Bukettrebe (Silvaner x Trollinger) als Partner ermittelt werden. Der SWR-Weinmann Werner Eckert ergänzt den Blick auf die Geschichte: „1936 wurde die Sorte zwar zunächst Dr.-Wagner-Rebe genannt – nach einem Nazi-Bauernführer – aber nach 1945 war dieser Name nicht mehr opportun. Erst 1956 wurde sie dann nach ihrem Züchter „Scheurebe“ getauft. Dazwischen hieß sie eben Sämling 88".

Georg Scheu hatte als gebürtiger Krefelder vor seinem Engagement in Rheinhessen erste Wein-Erfahrungen in Geisenheim gesammelt und konnte sich mit den säurebetonten Rieslingweinen  der Region wenig anfreunden. Sein Fokus als Rebenzüchter war deshalb auf fruchtige, aromatische Sorten gerichtet. „Das Publikum lässt sich nicht gewöhnen. Wir müssen das bauen, was der Weintrinker verlangt!“ – so formulierte Georg Scheu seinen Traum und machte sich an die Arbeit.

Georg Scheu war kein Wissenschaftler im Elfenbeinturm, er war bei den Menschen, er war in den Weinbergen und in den Kellern der Winzer unterwegs. Er war weit mehr als ein Rebenzüchter. Sein fachlicher, weinbaulicher Rat war wegweisend in Rheinhessen.

Georg Scheu war ein Feingeist, er war musisch und kreativ, tanzte und malte gerne und studierte mit den Girlies des Alzeyer landwirtschaftlichen Kränzchens eigens choreografierteTänze ein. Die wilden 20er Jahre fanden tatsächlich auch im Alzeyer Land statt. Die Bilder aus dieser Zeit zeigen Scheu mit seinem asketischen Habitus inmitten der Alzeyer Mädels.

Wissenschaftler, Rebenzüchter, Weinbauberater, Maler und Choreograf – Multitasking vor 100 Jahren – Georg Scheu hat vorgeführt, wie das geht und wie man das lebt.

Die Scheurebe, seine größte Leistung als Rebenzüchter, erlebt 100 Jahre nach ihrer Geburt eine wunderbare Renaissance. Das freut nicht nur Winzer und Weinfreunde, sondern eröffnet auch in der Gastronomie neue Gestaltungsmöglichkeiten. Trockene bis feinherbe Scheurebe-Weine empfehlen sich als Begleiter zu aromatisch-würzigen Ragouts von Fisch und Geflügel, insbesondere aus der asiatischen Küche. Edelsüße Spätlesen und Auslesen passen besonders zu fruchtigen Desserts und zu Käse.

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