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Schwarzerde/Tschernosem
Steppe in Rheinhessen
Entstehung
Das Ausgangsmaterial dieser Bodenbildung ist ausschließlich Löß. Die nacheiszeitlich weit verbreitete Bodenbildung aus Löß ist nahezu unverändert erhalten. Dieser Steppenboden wird wegen seiner kräftigen, dunklen Farbe auch als Schwarzerde oder Tschernosem (entliehen aus dem Russischen) bezeichnet. Er entwickelte sich in Rheinhessen vor etwa 11000 bis 7500 Jahren während einer Phase steppenartiger Bedingungen nach dem Ende der letzten Kaltzeit. Am Ende der trockenen Sommermonate fielen große Mengen trockener Gräser an. Die extreme Kälte der Winter und die Trockenheit der Sommer dieses Klimas ermöglichten jedoch keinen effektiven
Abbau des abgestorbenen Pflanzenmateriales. In Jahrhunderten bis Jahrtausenden bildete sich der typische, schwarz-braun gefärbte, mächtige Humusanreicherungshorizont direkt über dem nahezu unveränderten Ausgangsmaterial. Nachdem diese Entwicklung durch feuchter werdende Klimate beendet wurde, änderte sich der Boden nur noch geringfügig.
Bodeneigenschaften
Die Eignung dieses Bodens als Pflanzenstandort ist hervorragend. Die positiven Eigenschaften des Ausgangsmaterials Löß werden durch die hohen Humusgehalte zusätzlich verbessert. Der Boden hat einen sehr günstigen Wasser- und Lufthaushalt. Ein Quadratmeter dieses Bodens kann alleine im oberen Meter 200 Liter Niederschlagswasser pflanzenverfügbar speichern. Er ist carbonat- und nährstoffreich und bis in größere Tiefe leicht durchwurzelbar. Aufgrund seiner dunklen Oberfläche erwärmt er sich rasch. Auffällig ist die große biologische Aktivität dieses Bodens. Auf diesem fruchtbaren Standort sind alle weinbaulichen Ziele realisierbar.
Weincharakteristik
Der kalkhaltige Boden mit seiner guten Wassernachlieferung bringt fruchtige Weine mit feiner, erfrischender Säure hervor. Der Boden begünstigt gesundes Lesegut und eine späte Ernte. Dieser Boden ermöglicht die Erzeugung von Weinen in einer enormen Vielfalt.
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