Direkt zum globalen Menü für interne Informationen, Kontakt und geschüzte Zugänge | Direkt Hauptmenü für die Auswahl der Themenbereiche | Direkt zum Submenü des gewälten Themenbereiches | Direkt zum Inhalt der linken Marginalspalte | Direkt zum Inhalt | Direkt zum Inhalt der rechten Marginalspalte | Direkt zu den Tools und der Rheinhessen-Suche im Seitenfuß

Inhalt

Winzersekt

Aus Frankreich kommt die Methode, die Qualität kommt aus Rheinhessen

Der Mönch Dom Pérignon, der die Methode entwickelte, lebte vor über dreihundert Jahren in einer Benediktinerabtei in der Champagne, und ihn faszinierten offenkundig nicht nur geistige Gedanken, sondern ebensolche Getränke. Warum das Verfahren heute nicht seinen Namen trägt, sondern den der Region, ist leider nicht überliefert. Gott sei Dank, aber die Methode. Und die führt in Rheinhessen zu allerfeinsten Resultaten.

Seit Anfang der 80er Jahre haben die Rheinhessen sich die Methode, nach der der weltberühmte Champagner bereitet wird, zueigen gemacht, aber eigenwillig interpretiert und benannt. Winzersekt heißt das schäumende Getränk aus Rheinhessen. Typisch für den Winzersekt ist, dass er mit seinem feinen Mousseux die Rebsorten unterstreicht, aus denen er bereitet wird. Allen voran der Riesling mit seiner fruchtigen Säure, die die besten Voraussetzungen für eine zweite Gärung auf der Flasche mitbringen. Aber auch die anderen Rebsorten stehen nicht hinten an. Seitdem die Idee Anfang der 80er Jahre in Rheinhessen Fuß gefasst hat, hat der Winzersekt, bereitet nach der traditionellen Methode jenes besagten Benediktinermönchs Dom Pérignon, in immer mehr Sortimenten seinen festen Platz gefunden. Mit allem was dazugehört: der mindestens neunmonatigen Phase der Gärung auf der Hefe, dem aufwändigen Rüttelvorgang, damit die Hefe sich löst und im Flaschenhals sammelt und dem abschließenden Degorgieren.


Der Hefepropf, der sich durch das Rütteln im Flaschenhals gebildet hat, wird beim Degorgieren aus der Flasche geschossen
Der Hefepropf, der sich durch das Rütteln im Flaschenhals gebildet hat, wird beim Degorgieren aus der Flasche geschossen

Der Hefepropf, der sich durch das Rütteln im Flaschenhals gebildet hat, wird beim Degorgieren aus der Flasche geschossen

Die letzte Abstimmung erfolgt durch die Beigabe eines kleinen Flüssigkeits-Ausgleichs, der Dosage. Sie entscheidet über den Geschmack. Und der reicht von »extra brut« (maximal 6 g Restzucker pro Liter) über »brut« (maximal 15 g/l), »extra trocken« (12-20 g/l) und »trocken« (17-35 g/l) bis hin zu »halbtrocken«
(33-50 g/l) und »mild« (über 50 g/l).

Wobei der Weinkenner sich hier nicht irritieren lassen sollte, denn beim Sekt gelten andere Gesetze als beim stillen Wein (wo die Obergrenze für »trocken« schon bei 9 g/l liegt). Und durch die Kohlensäure wird der Grad an Restsüße ohnehin deutlich anders wahrgenommen.

Motor der Entwicklung in Rheinhessen ist die Erzeugergemeinschaft Winzersekt in Sprendlingen. 1000 Winzer sind in dieser Gemeinschaft zusammengeschlossen, die im Jahr 1981 gegründet wurde. Der Anstoß dazu war eine Trotzreaktion der Winzer, die nicht akzeptieren wollten, dass die meisten Sektkellereien einen großen Bogen um Grundweine aus den deutschen Anbaugebieten machten. Gegen die Markensekte der Großen setzen die Winzersektmacher ihre Individualsekte.
Knapp 2 Mio. Flaschen Sekt wurden im vergangenen Jahr aus rheinhessischen Grundweinen hergestellt und unter der Absenderangabe des Weinbaugebietes Rheinhessen vermarktet. Mehr als 50% aller mit dem Anbaugebiet Rheinhessen deklarierten Sekte wurden dabei nach dem klassischen Verfahren der Méthode champenoise hergestellt. Neben dem Winzersekt-Pionier und -Schrittmacher in Sprendlingen sind es mehrer kleine Sektmanufakturen sowie die Weingüter selbst, die sich in dieser aufwändigen Sektherstellung engagieren.

Man sieht - die Winzer aus Rheinhessen geben sich viel Mühe mit ihrem Sekt. Und diese Mühe wird reichlich belohnt. Zwar nicht so sehr mit Geld, denn da liegen die mythosbeladenen französischen Vettern weit vorn. Aber mit respektvollem Lob von renommierten Weinfreunden, denen innere Werte mehr bedeuten als große Namen.

Zurück zur Menüübersicht

Inhalt Marginalspalte rechts

Zurück zur Menüübersicht

Tools und Rheinhessen-Suche