Die Kirche ist ein in Nord-Süd-Richtung erbautes Gotteshaus, welches 120 Gläubigen Platz bietet. Sie ist 15,30 m lang und 8,30 m breit. Die Höhe beträgt von der Eingangsstufe bis zur Firstspitze ca. 12 m, zuzüglich einem Meter für die Außentreppe vor dem Eingangsportal und 9 m für den Turm und das Kreuz. Der als Dachreiter errichtete achteckige Turm ist mit Schiefer gedeckt und hat einen Durchmesser von 2,20 m. Die Gesamthöhe bis zum Wetterhahn beträgt 22 m.


Die gesamte Kirche trägt barocke Bauelemente. Die flache Spiegeldecke ist mit einer Hohlkehle und Stuckornamenten versehen.


Das Gotteshaus war in den ersten Jahrzehnten ohne Geläut. Erst ab 1766 konnten die Gläubigen durch Glocken zum Gottesdienst gerufen werden, als der Offsteiner Bäcker Johann Peter Wittmann die erste Glocke spendete. Diese Glocke hängt noch heute im Glockenstuhl des Gotteshauses. Sie blieb von Kriegsablieferungen 1917 und 1942 verschont.


Parallel zur lutherischen Kirche in der Wormser Straße gab es eine reformierte Kirche an der Ecke Engelsberg-/Kindergartenstraße. Diese wurde nach der Vereinigung zwischen der lutherischen und der reformierten Kirchengemeinde aufgegeben und gegen Gebot ab 1839 versteigert und komplett abgetragen. Die Glocke der reformierten Gemeinde wurde als zweite Glocke in den Turm der ehemals lutherischen Kirche überführt. Zur Komplettierung des Läutewerkes wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine dritte Glocke installiert.


Im Dezember 1950 wurde außerdem eine neue Orgel beschafft. Sie wurde von der Firma Förster und Nicolaus aus Lich/Hessen gebaut und installiert.


Einer Besonderheit sind die Buntglasscheiben im Mittelteil der beiden Chorfenster. Sie wurden durch die evangelische Frauenhilfe 1942 in Auftrag gegeben und noch vor Kriegsende fertiggestellt. Die Übernahme und der Einbau erfolgten Ende 1945.


Der Altar und die Kanzel stammen aus den Jahren 1773 und 1777. Sie wurden vom Schreinermeister Paul Ruth aus der Wetterau geliefert.


Das Holzkreuz im Altarraum ist eine Nachbildung einer von einem fänkischen Meister in der Barockzeit geschaffenen Darstellung des Gekreuzigten, es wurde Dank einer Spende der Konfirmanden sowie der Frauenhilfe im Jahr 1968 beschafft.


Die ursprüngliche Ausmalung und Dekoration der Kirche hat die Zeitläufe nicht überdauert. Lediglich ein Fresko unterhalb der Empore rechts neben dem Eingang aus dem ersten Jahrhundert der Kirche konnte bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1986 gesichert werden. Es handelt sich um den Schriftzug aus dem 84. Psalm: "Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Herr Zebaoth...".
Dieser Psalm stand im Mittelpunkt bei der 300-Jahrfeier der Kirche im Jahr 2010.


Seit 1972 steht das Gotteshaus unter Denkmalschutz.


 


Auszüge aus der Festschrift zur 300-Jahrfeier von Helmut Zorn im Jahr 2010.
Zusammengestellt von Erich Weber.


 

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