Weinmythen Glas

Was Sie schon alles über den Silvaner gehört haben- stimmt es wirklich?

Weinmythen

Na, hätten Sie´s gewusst? Natürlich stammt der Silvaner nicht aus Transsylvanien. Aber der Silvaner ist auch keine einheimische  Rebsorte aus Rheinhessen.

Nicht umsonst wurde der Silvaner hier oft von den Winzern „Österreicher“ genannt. Denn eigentlich, so ist sich die Wissenschaft einig, ist der Silvaner eine Kreuzung von Traminer und Österreichisch weiß und kam im 17. Jahrhundert von Österreich über Franken an den Rhein. 

Allerdings ist der Silvaner schon lange in Rheinhessen heimisch. Noch Anfang der 1960er Jahre war in Rheinhessen jeder zweite Rebstock ein Silvaner. Heute ist der Silvaner mit seinen aktuell 2.040 Hektar Rebfläche – 8% des gesamten Rebareals – immer noch eine feste Größe in Rheinhessen.

Gerade nach der Riesling-Renaissance und dem Hype um den Sauvignon Blanc hat auch der Silvaner das Zeug, wieder mehr von sich reden zu machen, weil er ein klares, regionales Profil zeigt und sich wohltuend von den 0815-Weinstilen moderner Weißweine abhebt. Zudem gilt der Silvaner als Gewinner im Klimawandel. Besonders in Jahrgängen, in denen die Natur die Reben vor große Herausforderungen stellt, spielt er seine Stärken aus. So wurden gerade im Sonnenjahrgang 2020 mit seinen geringen Niederschlagsmengen die erzeugten Silvanerweine für ihre pointierten Aromen und die gelungene Balance von Frucht und Säure gelobt.

Dabei ist der Silvaner im Anbau keineswegs einfach mit seinen Ansprüchen an Boden, Sonne und Feuchtigkeit. Silvaner braucht genaue Beobachtung, große Sensibilität und viel Akribie im Keller. Man sagt: der Silvaner verzeiht nichts. Wer als Winzer hohe Ansprüche an sein eigenes Können stellt, kann sich beim Silvaner beweisen. Deshalb gilt in Rheinhessen der Silvaner als Visitenkarte für die Kellerkunst. Wer guten Silvaner macht, der schafft auch den „Rest“ des Programms mit Bravour.