Dornfelder Titelbild, © DWI© DWI

Hoppla jetzt komm´ ich

Dornfelder

Die Rotweinwinzer loben dieses Werk bis heute mit einem dreifachkräftigen Prost. Denn der Dornfelder ist der Shooting Star. In Rheinhessen ist er mit ca. 3.300 Hektar zur zweitwichtigsten Rebsorte überhaupt avanciert.

Dornfelder ist die Erfolgsstory überhaupt. Es ist eine recht  junge Rebsorte.  1956 wurde Dornfelder gekreuzt, verbrachte dann viele Jahre in den Versuchsfeldern der Züchter, und erblickte erst in den 70er Jahren ganz zaghaft das Licht der Weinwelt. August Herold in Weinsberg war der Züchter. Er hatte das Bestreben, dem Nationalgetränk der Schwaben, dem allzu oft blassen Trollinger, soviel Rouge ins Make up zu geben, dass der als halbwegs vernünftiger Rotwein aus dem Glas gucken konnte.  Letztendlich hat August Herold vier klassische Rebsorten, nämlich Frühburgunder, Trollinger, Portugieser und Lemberger höchst kompliziert miteinander verbandelt - das Geschick eines ausgefuchsten Tüftlers.
Es handelt sich um eine robuste, wenig anfällige und ertragreiche Rebsorte.
Dieser Rotwein vermittelt selbst eingefleischten Italo- und Frankreich-Trinkern das Gefühl, mit einem deutschen Roten auf der richtigen Seite zu stehen. Dornfelder - das bedeutet hoppla jetzt komm´ ich-Weine, strotzend vor Farbe und Kraft, Power-Weine mit Substanz.
Dornfelder wird vornehmlich als trockener Rotwein ausgebaut. Es gibt zwei unterschiedliche Ausbaustile. Der erste betont die intensiven Fruchtaromen wie Sauerkirsche, Brombeere und Holunder und kommt jung auf den Markt. Andere Winzer bauen den Dornfelder im großen oder kleinen Holzfass (Barrique) aus, betonen mehr die Gerbstoffe und die Struktur des Weins. Typisch für den Dornfelder ist seine tiefdunkle Farbe mit violetten Reflexen. Mittlerweile ist der Dornfelder mit 3.216 Hektar die meist angebaute rote Rebsorte in Rheinhessen (12% der gesamten Rebfläche).
Die kraftvollen Weine  passen zu deftigem Braten, Wild oder Käse. Und die leichteren, eher fruchtbetonten Dornfelder passen eigentlich immer.