Lutherweg Rheinhessen

Auf den Spuren von Martin Luther führt der knapp 44 km lange "Lutherweg Rheinhessen" von Nierstein zur Domstadt Worms. Belohnt wird man mit besonders schönen Ausblicken und Weinbergen, soweit das Auge reicht.  

Der "Lutherweg Rheinhessen" ist ein Abschnitt des Wegeverlaufs, dem Martin Luther vor ca. 500 Jahren auf seinem Pilgerweg von der Wartburg in Thüringen zum Reichstag nach Worms und zurück folgte. Nach den historischen Überlieferungen verlief sein Weg in Rheinhessen überwiegend entlang der Rheinterrasse zwischen Oppenheim am Rhein und Worms. Dieser zieht sich südwärts entlang der Rheinfront des rheinhessischen Hüggellandes. Luther schwärmte von der besonders schönen Aussicht an vielen rheinhessischen Abschnitten seines Weges und war begeistert von der Vielzahl der Weinberge. Auf dem Lutherweg können Sie in die Vergangenheit abtauchen und die Erinnerungen an den - trotz allem - beschwerlichen Weg Martin Luthers erlebbar werden lassen. Für Luther stellte diese Reise einen der wichtigsten Abschnitte in seinem Leben dar.

Der knapp 44 km lange "Lutherweg Rheinhessen lässt sich gut in drei Etappen aufteilen:

  • Etappe 1: Nierstein - Oppenheim - Guntersblum, 12 km
  • Etappe 2: Guntersblum - Alsheim - Mettenheim - Bechtheim - Osthofen - Abenheim, 21 km
  • Etappe 3: Abenheim - Herrnsheim - Worms-Zentrum, 11 km

Information

Streckencharakter

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Schwierigkeitsgrad

2 von 5

Empfohlene Ausrüstung

Wanderbekleidung, festes Schuhwerk, Rucksackverpflegung mit ausreichend Wasser, Kopfbedeckung, Sonnencreme

Wegführung

Hintergrund zu Luther's Reise

Luther reiste nach alten Überlieferungen am 2. April 1521 von Wittenberg aus zum Reichstag in Worms, erreichte am 14. April Frankfurt und kam am 16. April 1521 in Worms an. Nach seiner Rede auf dem Wormser Reichstag begab sich der unter Bann stehende, aber mit 21 Tagen freiem Geleit ausgestattete Luther am 26. April auf die Rückreise. Über Oppenheim erreichte er am 27. April Frankfurt. Am 4. Mai wurde er bei Altenstein im Thüringer Wald zu seinem Schutz „entführt“ und auf die Wartburg gebracht.

Der Lutherweg ist gut ausgeschildert mit dem grünen gotischen „L“. An einigen Passagen verläuft er auf dem gelb markierten Rheinterrassenweg.

 

Etappe 1:

Nierstein - Oppenheim - Guntersblum, 12 km

Vom Fähranleger Nierstein (Überfahrt von Trebur aus möglich) folgt man dem ca. 1 km langen Fuß- und Radweg Richtung Oppenheim Bahnhof. Weiter Richtung Marktplatz Oppenheim, über die Mainzerstraße, wo sich einst der Gasthof "Zur Kanne" befand. Luther hat hier damals auf seiner Hinreise übernachtet. Am Marktplatz angekommen, geht es zur Katharinenkirche hinauf, einem rheinhessischen Kleinod mit langer Baugeschichte, die im 15. Jahrhundert ihren Abschluss fand. Neben den drei gotischen Hallen sind besonders die Glasmalereien auf den Fenstern bemerkenswert. Von hier aus verlässt man die Oppenheimer Altstadt durch das Gautor und folgt nun dem Rheinterrassenweg (gelb markiert). Vorbei am Friedhof trifft man bald auf den Oppenheimer Krötenbrunnen, wo eine steinerne Kröte und ein kleines Ungeheuer für Aufmerksamkeit sorgen. An dieser Stelle befindet man sich 80 m über dem Rheintal. Die Hänge sind hier relativ steil und die Weinlagen entsprechend gut. Hier entspringen einige Spitzenweine. In Höhe des Dorfes Ludwigshöhe steigt man die Rheinfront wieder hinab ins Tal. Kaum dort angekommen, geht es gleich wieder zum Römerturm hinauf; einem Aussichtspunkt, von dem man die Strecke bis Oppenheim überblickt. Am Ortsrand von Guntersblum verlässt man den Rheinterrassenweg aus den Weinbergen Richtung Heidenturmkirche in der Kirchstraße. Hier endet die erste Etappe. Wer in Guntersblum übernachtet, sollte unbedingt einen Abendspaziergang durch das Dorf machen.

 

Etappe 2:

Guntersblum - Alsheim - Mettenheim - Bechtheim - Osthofen - Abenheim, 24 km

Man startet mitten im Ort von Guntersblum und läuft auf die "Promenade", eine Grünanlage, hinter der sich das Guntersheimer Schloss erhebt. Weiter auf den Zuweg des Rheinterrassenweges (gelb markiert), der oberhalb des Ortes durch die Weinberge verläuft. Nach ca. 1,5 km erreicht man kurz hinter einem Hohlweg den Weiler Hangen-Wahlheim, wo ein Stichweg zur Ruine der Kirche St. Magdalena führt. Der Rheinterrassenweg geht weiter über den Wahlheimer Weg Richtung Alsheim. Auf halber Höhe führt der Weg oberhalb des Weindorfs Alsheim entlang, durch die Goldberghohl, deren Steilwände die Karren der Winzer in den Lößlehm gegraben haben. Kurz vor dem Ort Mettenheim gibt es auf der Höhe eine Schanze mit Bank und Aussicht. Läuft man dann weiter, kann man bald das Rheintal sehen, dazu passend heißt die dortige Weinlage "Rheinblick". Ein Stück weiter erkennt man am Horizont die Silhouette des Odenwaldes. Weiter Richtung Bechtheim sieht man zunächst gleichförmige Rebstockreihen soweit das Auge reicht. Auf der Höhe angekommen heißt das dortige Rebenmeer "Gotteshilfe". Hier wurden auf dem Bechtheimer Weinlehrpfad am Wegrand Rebstöcke verschiedener Traubensorten gepflanzt. Aus den Weinbergen kommend geht es hinab Richtung Bechtheim über den "Steig bei der Warte" zum Marktplatz und anschließend zur Kirche St. Lambertus. Die in ihrer Gestalt recht ursprünglich wirkende Basilika steht tagsüber offen. Der Rheinterrassenweg (bzw. Lutherweg) verläuft nun an einem alten Waschbrunnen vorbei. Hier haben früher nicht nur Bechtheimer Frauen die Wäsche gewaschen; hier wuschen sich auch Pilger, um gereinigt unter der St. Albertus-Reliquie entlang zu schreiten. Von Bechtheim durch die Weinberge geht der Rheinterrassenweg auf einer ehemaligen Bahntrasse entlang bis zum Wahrzeichen Osthofens, dem Weinberghäuschen "Leckzapfen". Von dort weiter über einen alten Hohlenweg, den Berg hinab bis zur Ortsverbindung Bechtheim-Osthofen, die zum Friedhof der Ostheimer Bergkirche führt. Von dort aus läuft man gut eine Stunde durch das weite Rebland Richtung Abenheim. Von der Klausenkapelle gelangt man über Rebfluren einen Kreuzweg hinab nach Abenheim.

 

Etappe 3:

Abenheim - Herrnsheim - Worms-Zentrum, 11 km

Von Abenheim geht es über hängige Reblagen und das Grailsbachtal in den Wormser Ortsteil Herrnsheim. Hier lohnt sich jedem Fall ein Besuch des Schloss Herrnsberg und seinem dazugehörigen Parkgelände. Nun folgt man dem gelben Zuwegzeichen des Rheinterrassenwegs vom Schloss Herrnsheim zum Hauptbahnhof. Der Fußweg verläuft zwischenzeitlich romantisch direkt am Ufer der Pfrimm entlang. Vom Bahnhof aus geht es parallel zum Lutherring durch einen Grüngürtel, in dem das imposante, 1868 eingeweihte Lutherdenkmal steht. Der Lutherweg führt nun vorbei an der Villa des Kunsthaus Heylshof in den Heylspark, wo die Gebäude des Bischofhofs standen. Hier fand Luthers Verhör statt, hier trat er auch vor den Kaiser und die Reichsfürsten. Weiter zum Heylsschlösschen, über den Marktplatz zur Dreifaltigkeitskirche. Anschließend zum Dom St. Peter und von dort aus zum Ziel des Lutherweges, der Magnuskirche im Zentrum von Worms.

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Höhenprofil

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Anreise

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Anfahrt

Vom Frankfurter Kreuz (A3) über Mönchhof Dreieck, A60

Von der A60, Abfahrt Worms B9

Von der A61, Abfahrt Gau Bickelheim, B420

Von der A67 oder A5, Abfahrt Darmstadt-Griesheim

Auf die B9 zwischen Mainz oder Worms Richtung Fähranleger.

Parken

Parken am Postplatz (gebührenpflichtig): Postplatz 1, Oppenheim

 

Parkplatz am Bahnhof, Bahnhofstraße 15, Oppenheim

 

Information

Hilfe & Kontakt

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Oppenheim am Rhein  

Auf seinem Weg von Frankfurt nach Worms setzte Martin Luther am 15. April 1521 bei Oppenheim über den Rhein, um anschließend in der ehemaligen Herberge „Zur Kanne“ Quartier zu nehmen. Hier traf er auf Gesandte des Kaisers, die ihn zu einem Treffen auf der Ebernburg bewegen wollten, um ihn vom Reichstag „fernzuhalten“. Luther lehnte diesen Umweg allerdings ab.. Es wird angenommen, dass Martin Luther auf seiner Rückreise bis nach Frankfurt den gleichen Weg wie bei der Hinreise genommen hat. Er erreichte noch am 26. April 1521 Oppenheim und traf tags darauf in Frankfurt ein.  

 

Worms  

Am 16. April 1521 erreichte Martin Luther Worms. Etwa 100 Wegbegleiter gaben Luther das Geleit bis ans Stadttor. Umgeben von 8 Berittenen sei Luther, mit drei Begleitern in einem Wagen sitzend, in die Stadt eingezogen. Anschließend habe er seine Herberge in der Nähe seines sächsischen Fürsten in einem Haus der Johanniterritter bezogen. Das Ergebnis der Verhöre Luthers ist bekannt: Der Reformator blieb standhaft und widerrief seine Thesen nicht. Nachdem Luther von den Gesandten des Kaisers am Abend des 25. April 1521 die Zusage eines erneuten Geleits von 21 Tagen erhalten hatte, begab er sich mit seinen Begleitern am Freitag, den 26. April auf die Rückreise.  

Weitere Informationen unter:
www.lutherweg.de

 

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