Gebogene Reben, © Udo Diel© Udo Diel

März 2026

Die Reben werden „in Form gebracht“

Nicht nur wir Menschen versuchen uns nach dem langen grauen Winter für den Sommer in Form zu bringen. Nachdem fast alle Triebe des letzten Jahres abgeschnitten wurden, bleibt einer übrig – der Auserwählte, der nun in Form gebracht werden muss. Ein bisschen wie ein Frühlings-Workout für die Reben!

Die Winzerinnen und Winzer biegen und formen diesen Trieb nun sanft und fixieren ihn am unteren Draht. Warum das Ganze? Nun, diese „Biegung“ hat einen wichtigen Zweck: Sie sorgt durch die gleichmäßige Verteilung der Knospen für eine optimale Besonnung und Abtrocknung der späteren Trauben im Drahtrahmen.

Früher band man die Reben mit Weiden an – eine mühsame Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erforderte. Heute greifen die Helferinnen und Helfer auf mechanische oder Akku-Bindegeräte zurück. Doch Vorsicht ist geboten! Bei kühlen Temperaturen und dem noch fehlenden Saftfluss muss man darauf achten, dass die Rute nicht abbricht. Und wenn dann doch mal ein Regenschauer vorbeischaut, sind die Winzerinnen und Winzer gar nicht so unglücklich darüber. Der Regen hält die Triebe feucht und biegsam.