Entblätterung, © CC-BY Rheinhessenwein e.V./Annegret Hirschmann© CC-BY Rheinhessenwein e.V./Annegret Hirschmann

Juli 2026

Entblätterung der Trauben – von Hand, maschinell oder mit tierischer Unterstützung

Mit dem Ende der Traubenblüte steht der nächste Arbeitsschritt im Qualitätsmanagement der Winzerinnen und Winzer an, die Entblätterung der Traubenzone. Die Trauben trocknen nach Niederschlägen durch die bessere Durchlüftung wesentlich schneller ab. Die Trauben bleiben nicht nur gesünder, sondern entwickeln eine intensivere Aromatik. Rote Trauben bilden zudem mehr Farbe. Gleichzeitig mag der gefürchtete Schädling die Kirschessigfliege eher eine schattige feuchte Umgebung und meidet entblätterte Weinberge.

Die Entblätterung erfolgt in Rheinhessen nur noch selten von Hand. Hier erleben wir derzeit eine enorme technische Entwicklung. Was beim maschinellen Abzupfen der Blätter begann, funktioniert mittlerweile mit impulsiver Druckluft, d. h. die Blätter werden regelrecht „abgeschossen“.  Dabei werden auch Blütenkäppchenreste oder eingetrocknete Beeren aus der Traubenzone entfernt – ein zusätzlicher Schutz vor Traubenfäule.

Eine besonders schonende Alternative bietet die Natur selbst: Schafe. Sie fressen gezielt die Blätter ab, während die noch unreifen Trauben für sie uninteressant sind. Sobald die Beeren jedoch süß werden, müssen die Tiere den Weinberg wieder verlassen.