Januar 2025

Januar 2025
Es ist Winter und der eine oder andere denkt vielleicht die Winzerinnen und Winzer haben jetzt eine ruhige Zeit. Mal abgesehen davon, dass jetzt im Weinkeller sehr viel zu tun ist müssen auch draußen in den Weinbergen die Reben geschnitten werden. Die Tage werden jetzt wieder länger und das aktuell trockene Wetter gilt es zu nutzen. Der Rebschnitt macht mit etwa 100 Arbeitsstunden je Hektar fast die Hälfte der jährlichen Handarbeitszeit aus. Hier wird alles, was im letzten Jahr gewachsen ist, auf eine Rute reduziert.
So genannte Nichtschnitt- oder Minimalschnittsysteme sind, wie der Name schon sagt, Möglichkeiten den Rebschnitt auf ein Minimum an Arbeitszeit zu reduzieren und damit Personalkosten einzusparen. Hier bleibt der ganze Wuchs stehen und wird nur maschinell mit einem Laubschneidgerät etwas eingekürzt. Es können so unkoordiniert viele Trauben wachsen weshalb der Ertrag und damit die Qualität weniger beeinflussbar sind.
Im Zeichen von Fachkräftemangel für diese Arbeiten und auch steigenden Mindestlöhnen ist dieser „Heckenschnitt“, wie er von Skeptikern immer wieder bezeichnet wird, zur Erzeugung von Basisweinen durchaus die Methode der Wahl. Stehen dagegen Premiumqualitäten, bei denen Ertrag und Qualität genau austariert werden sollen, im Fokus stellt der traditionelle Rebschnitt nach wie vor die Basis der Bewirtschaftung des neuen Jahres dar.