Herbstlandschaft

Weinlese: So schnell wie nie – so früh wie nie

Die Weinlese hat noch nie so früh wie dieses Jahr begonnen und sie war noch nie so schnell beendet wie in diesem Jahr. Der heiße Sommer hat die Entwicklung der Trauben extrem beschleunigt. Ganze 45 Tage ist der Reifetermin in den letzten 40 Jahren im Kalender nach vorne gerutscht.

Die Winzerinnen Winzer konnten die Trauben durch den wenigen Regen der letzten Wochen und Monate kerngesund auf die Kelter bringen. Einziger Wermutstropfen sind jedoch insbesondere bei den jüngeren Weinbergen mit ihren kurzen Wurzeln die äußerst geringen Erträge. Ein ganz anderes Bild ergibt sich von den alten Weinbergen, die mit ihren tiefen Wurzeln immer noch etwas Wasser aufspüren konnten, hier wurden sehr gut Erträge nach Hause gefahren. Im Durchschnitt werden jedoch trotzdem einige Fässer leer bleiben. Die Qualität der Trauben war dagegen, egal ob rot oder weiß, wunderbar. Einzelne Weinberge dürften noch zur Eisweinbereitung hängen bleiben, die gesunden reifen Trauben bilden eine ausgezeichnete Voraussetzung dafür. Alles weitere hängt vom Wetter der nächsten Wochen ab.

Im Keller weicht die Hektik der Lese einer ruhigen, konzentrierten Atmosphäre. Die Kunst und der besondere Reiz der Gärung, lassen sich nicht zuletzt wegen der besonderen Melodie des „Blubberns“ als "Kellerpoesie" beschreiben. Ähnlich wie ein gut komponiertes Gedicht, das durch präzise gewählte Worte und Rhythmen entsteht, wird der Wein durch die Handwerkskunst des Winzers in der Beeinflussung der Gärung und das Zusammenspiel natürlicher Prozesse geformt, die sich später in Aromen und im Geschmack widerspiegeln werden. Bald werden die ersten 2026er im Verkauf sein, freuen Sie sich darauf.