Wofür steht eigentlich das Akronym SchUM?
Das Akronym "SchUM" bezieht sich auf die drei historischen jüdischen Gemeinden Speyer, Worms und Mainz im mittelalterlichen Deutschland. Die Buchstaben "SchUM" stammen von den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, auf die hebräische Sprache zurückgehenden Namen dieser Städte:
- Sch für Schpira (Speyer)
- U für Warmaisa (Worms)
- M für Magenza (Mainz)
Diese drei Städte hatten eine bedeutende jüdische Präsenz und spielten eine wichtige Rolle in der jüdischen Geschichte und Kultur des Mittelalters. SchUM steht für die herausragenden jüdischen Gemeinden und ihre kulturelle, religiöse und intellektuelle Bedeutung in dieser Zeit.
Wie kann ich in Mainz die Stätten jüdischen Erbes am besten besichtigen?
Bei einem Besuch in Mainz gibt es viele Möglichkeiten, das reiche jüdische Erbe und die oft schmerzhafte Vergangenheit der jüdischen Gemeinschaft in der Stadt zu erkunden. Eine gute Option ist die Teilnahme an einer Stadtführung, die von Mainzer Gästeführern geleitet wird und euch interessante Details über das Judentum in Mainz vermittelt. Darüber hinaus beherbergen das Stadthistorische Museum sowie das Landesmuseum in Mainz spannende Ausstellungen, die sich mit der Geschichte und Gegenwart des Judentums beschäftigen. Natürlich könnt ihr die Orte jüdischer Geschichte auch auf eigene Faust erkunden.
Überprüft vor eurem Besuch die Öffnungszeiten der Museen und Gedenkstätten, die ihr besichtigen möchtet.
Welche Orte sollte ich besichtigen, um mehr über die jüdische Geschichte von Mainz zu erfahren?
- Alter jüdischer Friedhof "Judensand": Der einst älteste und größte mittelalterliche Friedhof im zentraleuropäischen Judentum beherbergt rund 1.800 jüdische Grabsteine.
- Neue Synagoge: 2010 erbaut, lädt die Neue Mainzer Synagoge zu Führungen ein.
- Mainzer Judengasse: Im Zentrum des ehemaligen Judenviertels gelegen, durften die Mainzer Juden in Teilen des 17. und 18. Jahrhunderts lediglich in dieser Gasse wohnen, was eine dicht gedrängte Bebauung mit überdurchschnittlich hoch und tief erbauten Häusern mit sich brachte.
- Judaica-Sammlung im Landesmuseum: Hier befindet sich eine herausragende Sammlung jüdischer Kultgegenstände, sowie der älteste jüdische Grabstein Mitteleuropas von 1049.
- Stolpersteine: Als Teil des mittlerweile über 100.000 Steine umfassenden Denkmals, erinnern die "Stolpersteine" in Mainz an die zahlreichen Opfer des Nationalsozialismus.
- St. Stephan: Die Kirche in der Mainzer Oberstadt ist die einzige deutsche Kirche für die Marc Chagall Fenster schuf. Die blauen Fenster, die 1978 eingesetzt wurden, sollen ein Zeichen für jüdisch-christliche Verbundenheit und Völkerverständigung darstellen.
Ihr könnt die verschiedenen Orte zusammen mit einer Stadtführung besichtigen oder euch auf eigene Faust auf den Weg machen. Wenn ihr noch mehr Hintergrundinformationen über das Judentum in den SchUM-Städten erfahren möchtet, könnt ihr euch mit der SchUM-App auf eine Zeitreise wagen. Einen umfangreichen Stadtspaziergang inkl. Audioguide zum Thema "Auf den Spuren jüdischer Kunstsammler" findet ihr auch auf der Seite des Landesmuseum Mainz!
