Synagoge Worms

Am 27. Juli 2021 wurde der 15 Jahre währende Bewerbungsprozess mit der Eintragung in die Welterbeliste beendet. Der Speyerer Judenhof, der Wormser Synagogenbezirk sowie die alten jüdischen Friedhöfe in Worms und in Mainz sind jetzt UNESCO-Welterbe.

Die SchUM-Stätten sind das Zentrum der jüdischen Kultur des mittelalterlichen Europas und sind noch heute wichtige Begegnungsstätte. SchUM ist dabei ein Akronym der Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen hebräischen Städte Speyer (Schpira), Worms (Warmaisa) und Mainz (Magenza).

© Bernward Bertram

  Worms, hebräisch Warmaisa, war seit dem 11. Jh. eine blühende jüdische Gemeinde. Zwischen Martins- und Judenpforte erstreckt sich das wohlerhaltene und restaurierte ehemalige jüdische Wohnviertel. Mittelpunkt des ehemaligen Judenviertels war und ist die Synagoge mit ihrem Ritualbad (Mikwe). Der erste Bau (älteste Steinsynagoge Deutschlands, 1034) fiel den Kreuzzügen des 11./12. Jahrhunderts zum Opfer. 1174/75 wurde ein Neubau errichtet. In der Pogromnacht 1938 niedergebrannt, wurde die Synagoge 1961...

© Rudolf Uhrig

  Das heutige „Raschi-Haus“ ist vermutlich die Stelle des jüdischen Lehrhauses, in dem der bedeutende jüdische Gelehrte Raschi in der Zeit um 1060 studierte. Teile des Erdgeschosses sind aus dem späten Mittelalter. Der 1982 fertiggestellte Neubau ist dem früheren Haus nachempfunden und beherbergt das Jüdische Museum sowie das Archiv der Stadt Worms. Neue Dauerausstellung "SchUm am Rhein - Vom Mittelalter in die Moderne": Anlass für die Ausstellung ist auch der Antrag auf Anerkennung der...

© Tourist Info Worms

  Ältester jüdischer Friedhof Europas mit ca. 2500 Gräbern. Der älteste Grabstein stammt von 1058/1059 und dokumentiert damit die erste große Blütezeit der seit etwa dem Jahre 1000 nachweisbaren jüdischen Gemeinde in Worms. Vom jüngeren Teil des Friedhofs hat man einen überaus eindrucksvollen Domblick, der sog. „Buber-Blick“. Dank der Synagogenstiftung von 1034 und als Wirkungsort zahlreicher Rabbiner seit dem 11. Jahrhundert bildete die Wormser Gemeinde zusammen mit denen von...

© Sascha Kopp/Landeshauptstadt Mainz

  In großen Teilen erhalten ist der mittelalterliche Friedhof »Judensand« an der Mombacher Straße. Vertreibungen der Juden führten jedoch immer wieder zu Räumungen und Umgestaltungen des »Ewigen Ortes« und damit zu gravierenden Verlusten an Grabsteinen. Seit den 1860ern kamen bei Bauarbeiten in Mainz immer wieder bedeutende Grabsteine von Juden ans Tageslicht. Herausragende Grabsteine wurden 1926 von den Rabbinern Levi und Salfeld zu einem Denkmalfriedhof vereint, um das Erbe weithin...

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