Die Kirche ist ein dreischiffiges Langhaus mit überhöhtem Mittelschiff und flacher Holzdecke. Das Mauerwerk besteht aus naturbelassenem hellem Bruchstein. Das 33,5 Meter lange Mittelschiff wird durch rechteckige Arkaden von den Seitenschiffen getrennt.
Der Bau schmiegt sich asymmetrisch an den 50 Meter hohen Turm, dessen unterer Teil der älteste Abschnitt des Kirchengebäudes ist. Unter Pfarrer Joseph Kempf (1887–1913) wurde der Turm erhöht, da der Neubau einen Teil der Schalllöcher verdeckte und die Läutewirkung beeinträchtigte. Das eingefügte „Stockwerk“ liegt daher deutlich über dem Dachfirst des Langhauses und dient heute als Glockenstube.
Das rechte Seitenschiff verfügt über zwei Zugänge: das Südportal und den Eingang zur Muttergotteskapelle. Das Südportal, ursprünglich Hauptportal, wird von je einer Säule mit Würfelkapitell flankiert, deren Linien sich in den Mauerwülsten des Bogens fortsetzen. Im Tympanon zwischen Türsturz und Bogen ist ein Flachrelief eines „umkreisten Kreuzes“ eingelassen. Der heutige Westausgang, als Hauptportal genutzt, ist vergleichsweise schlicht und war ursprünglich nur als kleines „Thürchen“ gedacht.
Der Eingang zur Muttergotteskapelle ist von zwei Säulen mit Blattkapitellen gerahmt. In einer Mauernische oberhalb des Bogens steht eine Marienstatue aus dem 19. Jahrhundert. An der südlichen Außenwand des Turms befindet sich ein Steinkreuz aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, geschaffen unter Pfarrer Jacob Spang (1668–1689). Im Zweiten Weltkrieg wurde der Corpus beschädigt, später unter Pfarrer Sylvester Hainz (1960–1981) restauriert und erneut am Kreuz angebracht.
Eine Krypta existiert aufgrund des abschüssigen Geländes am Ostteil der Kirche, ist jedoch keine echte Unterirdiskonstruktion. Heute dient sie als Abstell- und Heizungsraum und ist nur von außen zugänglich.
Nahe dem Westeingang befindet sich der massive Taufstein aus der alten Kirche, der lange verschollen war und auf einem Hof als Brunnentrog wiederentdeckt wurde. Auf einer Seitenfläche ist die Jahreszahl 1492 eingemeißelt, vermutlich das Entstehungsjahr. Der Stein gehört zu den sogenannten „Löwentaufsteinen“, deren Basis ursprünglich von vier liegenden Löwen getragen wurde – diese sind heute nicht mehr erhalten. Der Taufstein dient heute als Weihwasserbecken.
An der westlichen Rückwand steht eine Kreuzigungsgruppe: Das Kreuz wird nicht wie üblich von Maria und Johannes eingerahmt, sondern von den Kirchenpatronen St. Martin und St. Georg. Beide um 1700 geschnitzten Holzfiguren stammen bereits aus der alten Kirche. Der Kreuz-Corpus selbst stammt aus Mittelheim im Rheingau.
Die Wände beider Seitenschiffe sind mit Heiligenfiguren geschmückt, die überwiegend aus verschiedenen Quellen zusammengetragen wurden. Bedeutende Darstellungen zeigen u. a. die Heiligen Bonifatius, Antonius von Padua, Johannes den Täufer, Franz von Assisi, Rochus, Wendelinus, Aloisius und Sebastian. Die Figur des hl. Christophorus an einer Säule stammt aus Meran in Tirol.
Im linken Seitenschiff befindet sich ein weiterer Taufstein aus der alten Kirche, dessen Deckel die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan zeigt. Die Stirnseite des linken Seitenschiffes ziert der Kreuzaltar von 1906 mit Reliefs der Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung. Das überragende Kreuz stammt ebenfalls aus der alten Kirche und entstand um 1700.
Im Chorraum steht vorne ein moderner Zelebrationsaltar aus Natursandstein mit passendem Ambo. Besonders ist das Reliquiengrab: Die Reliquien sind auf der Vorderseite des Sockels hinter Glas sichtbar, nicht wie üblich in die Altarplatte eingelassen.
Der Hochaltar in der Apsis stammt von 1900. Unter dem Altartisch aus rotem Sandstein befinden sich fünf weiße Courson-Reliefs zur Eucharistie, die im Tabernakel aufbewahrt wird. Der Altaraufbau zeigt die Hochzeit zu Kana und das letzte Abendmahl. Die Apsis-Concha ist mit Christus und Heiligen bemalt, die Bezug zu Deutschland, zur Diözese Mainz oder zur Pfarrgemeinde haben. Auch die Finther Jungfrau Agnes Pfeifer, 1754 ermordet, ist abgebildet – ohne Heiligenschein.
An der rechten Chorwand steht die spätgotische Schutzmantelmadonna aus Lindenholz (1,10 m), ein Kunstwerk von hoher Bedeutung. Maria trägt das Jesuskind auf dem Arm, Engel halten ihren weiten Mantel ausgebreitet, unter dem Menschen aller Stände Schutz finden.
Die rechte Seitenschiff-Chorkapelle ist die Muttergotteskapelle, die 2003 umgestaltet und durch ein Gitter vom übrigen Kirchenraum getrennt wurde. Der Marienaltar stammt von 1892; die Seitenflügel des 1935 umgebauten Altaraufsatzes zeigen Szenen aus dem Marienleben. Eine barocke Marienfigur aus der alten Kirche steht über dem Tabernakel. Hier befinden sich auch die Gräber der Jungfrau Agnes Pfeifer und Pfarrer Joseph Kempf. Die Kapelle ist tagsüber über einen eigenen Eingang zugänglich.


