
Die inmitten von Weingärten der berühmten "Liebfrauenmilch" aufragende Kirche wurde anstelle eines Vorgängerbaues über einem spätantiken Gräberfeld errichtet. Die Bauzeit zog sich mit Planänderungen und Unterbrechungen von 1276 bis 1465 hin. Eine Inschrifttafel nennt das Datum der Vollendung. Trotzdem bietet die Kirche ein fast lehrbuchhaftes Bild einer gotischen Basilika mit Chorumgang, Doppelturmfassade und figurengeschmücktem Westportal. Der große Bau besticht durch eine klare, fast…

Die Kirche liegt erhöht und war einst - wie in Rheinhessen häufiger anzutreffen - von einer Wehrmauer und einem Effenring (Ulmen) umgeben. Der gedrungene kleine Chorraum im Turm und die im Osten angebaute Sakristei wurden nach Ausweis eines Konsolsteines der Sakristei 1494 mit einem Netzgewölbe versehen. In der Laibung des östlichen Fensters des Chores ist eine gut erhaltene spätgotische Wandmalerei zu bewundern (Hl. Cyriakus oder Laurentius und Hl. Erasmus). Liebfrauenland - Gotik in Rheinhessen

Während einer Weinbergumlegung im Jahre 1978 wurden auf der Bergkuppe „Greifenberg“ drei nebeneinander liegende Sarkophage gefunden und ausgegraben. Die Untersuchung durch Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes Mainz ergab, dass diese aus dem 4. Jahrhundert nach Christus stammen. Einer der Sarkophage steht heute auf dem Sulzheimer Friedhof. Die Grabbeigaben, Glaskännchen und Glasphiole befinden sich im Museum in Alzey.

Der Bruchsteinbau mit Sandsteinelementen wurde laut der Jahreszahl in der hölzernen Eingangstür 1857 errichtet. Die schlichte Architektur des zweistöckigen Gebäudes mit Satteldach und winzigem Glockenturm unterstreicht den offiziellen Charakter des Bauwerkes. Das an der Binger Straße gelegene Gebäude ist als ehemaliges Schul- und Rathaus von ortsgeschichtlicher Bedeutung.

Grabsteine belegen, dass es bereits im 5. oder 6. Jahrhundert eine christliche Gemeinde in Bingen gegeben hat. Wahrscheinlich in fränkischer Zeit wurde die Pfarrkirche dem heiligen Martin geweiht. Seit 1006 ist St. Martin auch als Stiftskirche belegt, an der zwölf Geistliche unter der Leitung eines Probstes ihren Dienst versahen. Von dem romanischen Kirchenbau zeugt nur noch die Krypta unter dem Chor und der Südwest-Turm. Nach dem großen Stadtbrand von 1403 wurde zunächst das heutige Mittelschiff neu errichtet. Erst…

Digitale Führung, erarbeitet in einer Kooperation zwischen der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim und dem Museum bei der Kaiserpfalz, welche Sie sich in Youtube anschauen können. Es führt Miriam Maslowski, Historikerin und Kunsthistorikerin (Museum bei der Kaiserpfalz). Sie stellt eine Reihe herausragender Frauenpersönlichkeiten des Hochmittelalters vor: Sie alle waren Herrscherinnen, die über eine erstaunliche Machtfülle verfügten und für eine gewisse Zeit sogar die Geschicke des…

Klein-Venedig in Bad Kreuznach - ein schönes Mauerblümchen historischer Architektur Da bleibt der ortsunkundige Spaziergänger erstaunt auf der Fußgängerbrücke auf dem Weg von der Nahe zum Eiermarkt stehen. Der Steg überwindet einen kleinen Flusslauf: den Ellerbach. Im Blickfeld liegt die Mündung des Ellerbachs in die Nahe. Hier beendet der Bach nach 27,2 Km seinen Weg, der auf über 500 Meter Höhe im Soonwald begonnen hat. Bachaufwärts schaut man auf einen Gebäuderiegel, der…

Die Fassade ist durch spitzbogige Blendrahmenfenster in gleichmäßiger Anordnung gegliedert. Über der Toröffnung befinden sich auf der Stadtseite je zwei große Nischen, die gekuppelte Spitzbogenfenster und Reliefs in den Bogenfeldern enthalten: links die Büsten eines Königs, rechts ein Patrizierpaar mit Haarreif. Vergleichbare steinerne Halbfiguren bürgerlicher Liebespaare aus dem 14. Jahrhundert, ursprünglich vom kriegszerstörten Haus „Zum Molsberg“, sind heute im Landesmuseum…